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Berlins Kliniken rüsten sich für den Ernstfall

04. März 2026

Krankenhäuser müssen krisenfest werden

Berlin. In einem noch vertraulichen Rahmenplan bereitet sich das Gesundheitswesen der Hauptstadt auf den Kriegsfall und andere schwere Krisen vor. Gesundheitssenatorin Ina Czyborra betont, dass es nun darum gehe, Abläufe zu klären, Personal zu sichern und die Infrastruktur resilienter zu machen.

Der Plan skizziert mehrere Szenarien, in denen Kliniken schnell und koordiniert reagieren m ssen. Militärische Schätzungen gehen im Extremfall von bis zu 1000 verwundeten Soldaten täglich aus, ein Teil davon w rde auch in der Hauptstadt behandelt. Czyborra sagt, dass Berlin diese Vorgaben in seine Planungen einbeziehe, auch wenn die konkrete Wahrscheinlichkeit solcher Zahlen fachlich zu bewerten sei.

Hybridbedrohungen und konkrete Erfahrungen

Die Senatorin warnt vor einer hybriden Bedrohungslage: Es werde vermehrt Drohnen gesichtet und es komme zu Cyberangriffen auf Krankenh user und Forschungseinrichtungen. Zugleich haben Berliner Kliniken bereits Praxiserfahrungen mit Kriegsfolgen gesammelt, etwa durch die Versorgung verwundeter ukrainischer Soldaten. Auch bei den Silvesterverletzungen durch sogenannte Kugelbomben zeigten sich komplexe Verletzungsmuster, die für Kliniken neue Herausforderungen bedeuteten.

Forderung nach koordinierter Bundesunterst tzung

Czyborra fordert eine stärkere Koordination und finanzielle Beteiligung des Bundes. Nur so lasse sich landesweit erfassen, welche Fachkr fte im Ernstfall wirklich zur Verf gung stehen. Viele Besch ftigte seien parallel in Hilfsdiensten oder als Reservisten engagiert; hier m ssen Doppelz hlungen ausgeschlossen werden. Der Rahmenplan nennt als Wunsch des Roten Kreuzes den Aufbau einer 40 000 Personen starken Pflegeunterst tzungsreserve.

Keine fl chendeckenden Bunker, aber defensive Technik

Ob Bunker in Krankenh usern notwendig sind, solle die Bundesregierung entscheiden. Die Senatorin pl det jedoch daf r, prim r in Abwehrsysteme gegen Raketen und Drohnen, in Satellitentechnik und in Sicherheitsforschung zu investieren, statt fl chendeckend Schutzr ume zu bauen. Parallel zu technischen Ma nahmen m ssen viele Kliniken bereits jetzt ihre eigenen Sicherheits bungen durchf hren.

Rechtliche H rden und Vertrauen der B rger

Um im Krisenfall handlungsf hig zu sein, seien auch gesetzliche Anpassungen n tig, damit Personalverf gbarkeiten rechtssicher erfasst werden k nnen. F r Patienten und B rger sei es insgesamt beruhigend, wenn Krankenh user widerstandsf higer werden: Je stabiler die Strukturen, desto geringer das Risiko, dass medizinische Einrichtungen zu Angriffszielen werden. Wie die Senatorin zusammenfasst, schafft krisenfeste Infrastruktur nicht nur Schutz, sondern auch Vertrauen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: morgenpost.de

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