Eine Stimme für die Wechseljahre: VW-Mitarbeiterin begleitet Frauen in Wolfsburg
Beratung statt Ratlosigkeit: Frauen in der Lebensmitte brauchen Orientierung
Wolfsburg. Olga Schönwald arbeitet im VW-Werk und hat nebenbei eine Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin absolviert. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie verwirrend und belastend die Wechseljahre sein können, und hat deshalb begonnen, Kolleginnen und Frauen aus der Region zu beraten.
Schönwald erzählt, dass viele Frauen Symptome lange nicht einordnen können. «Viele wissen gar nicht, was mit ihnen passiert», sagt sie. In ihren Gesprächen höre sie von Erschöpfung, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Scham, darüber offen zu sprechen. Genau hier setzt ihre Arbeit an: Informationen vermitteln, medizinische Wege erklären und individuelle Strategien für den Alltag entwickeln.
Die Beratung reicht von Einzelgesprächen bis zu kleinen Gruppenworkshops. Dabei verbindet Schönwald medizinische Grundlagen mit Lebensstilempfehlungen und praktischen Tipps, etwa zu Schlafhygiene, Ernährung und Bewegung. Ziel sei es, Frauen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie ihre Beschwerden lindern und selbstbestimmt Entscheidungen treffen können.
Für viele sei es wichtig, das Thema aus der Tabuzone zu holen. Schönwald beobachtet, dass Aufklärung im Betrieb und im privaten Umfeld zu mehr Verständnis führt und Betroffene entlastet: Kolleginnen, Partnerinnen und Vorgesetzte reagieren verständnisvoller, wenn die Symptome eingeordnet werden können.
Die Beraterin betont zugleich, dass Wechseljahre sehr individuell verlaufen. Es gebe keine Patentrezepte, wohl aber einen großen Bedarf an verlässlichen Informationen und an Orten, an denen Frauen offen sprechen dürfen. Ihr Appell an Betroffene lautet deswegen: sich informieren, das Gespräch suchen und sich notfalls fachärztliche Unterstützung holen.
Schönwalds Angebot zeigt, wie betriebliche Nähe und ehrenamtliches Engagement zusammenwirken können, um eine Versorgungslücke zu schließen. Für viele Frauen in Wolfsburg ist das längst mehr als nur ein Austausch über Symptome: es ist ein Schritt hin zu mehr Selbstbestimmung in einer Lebensphase, die oft unterschätzt wird.

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