Pflege, Kliniken, Landärzte: Gesundheit dominiert die Landtagswahl in Baden-Württemberg
Gesundheit bestimmt die politische Agenda
Stuttgart – Am 8. März 2026 tritt Baden-Württemberg zur Landtagswahl an, und kein Thema zieht sich so durch die Programme der Parteien wie die Gesundheitspolitik. Pflege, Krankenhausfinanzierung, Versorgung in ländlichen Regionen und die ambulante Versorgung stehen im Zentrum der Debatte und werden von den Parteien mit unterschiedlichen Konzepten beantwortet.
Grüne: Prävention, Digitalisierung und Landversorgung stärken
Die Grünen setzen auf einen Health-in-all-Policies-Ansatz und werben mit dem Leitmotiv «digital und präventiv vor ambulant, ambulant vor stationär». Vorgeschlagen werden Primärversorgungszentren, die Förderung telemedizinischer Angebote, eine stärkere psychische Versorgung sowie gezielte Anreize für ärztliche und pflegerische Tätigkeiten in ländlichen Regionen. Lehrpraxen, Stipendien für das praktische Jahr im ländlichen Raum und ein kommunaler Ärztefonds sollen Praxisniederlassungen stabilisieren.
CDU: Mehr Studienplätze, Telemedizin und Notfallstrukturen
Die CDU verspricht zusätzliche Studienplätze für Humanmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie, Ausbau der Landarztquote und stärkere kommunale Beteiligung bei multiprofessionellen Praxismodellen. Digitalisierung, elektronische Patientenakte und bessere Vernetzung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sind zentrale Elemente. Zudem will die CDU Notfallversorgung durch moderne Leitstellen und ein zentrales Bettenregister stärken.
SPD: Investitionen in Kliniken und Ausbau der ambulanten Versorgung
Die SPD plant eine Erhöhung der Landesmittel für Krankenhausinvestitionen und eine Expertenkommission für einen «Zukunftsplan Krankenhäuser 2040». Ziel ist auch eine erhebliche Ausweitung unbefristeter Stellen an Unikliniken sowie die Förderung ambulanter Weiterbildungsstellen. Zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung sollen Kassenarztsitze vorrangig besetzt und neue Förderinstrumente für die Niederlassung entwickelt werden.
FDP: Kinder- und Jugendmedizin, PJ-Verbesserungen und häusliche Versorgung
Die FDP möchte das Landärzteprogramm auch für Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte nutzen, die psychiatrische Versorgung für Kinder und Jugendliche verbessern und die Ausbildungsbedingungen im Praktischen Jahr stärken. Die Partei strebt außerdem Innovationen in der häuslichen Versorgung an, um stationäre Aufenthalte zu verkürzen.
AfD und Linke: Unterschiedliche Antworten auf Strukturprobleme
Die AfD fordert eine Abkehr von aktuellen Krankenhausreformen und organisatorische sowie finanzielle Hilfen zur Förderung von Niederlassungen in ländlichen Regionen. Die Linke plädiert für eine stärkere Rekommunalisierung bei Klinikschließungen, eine voll finanzierte Investitionspolitik durch das Land und einen massiven Ausbau der psychotherapeutischen Versorgung mit flächendeckenden Krisenambulanzen.
Querschnittsthemen und Ausblick
Über alle Programme hinweg zeigt sich ein gemeinsamer Fokus auf Personal, Prävention und Digitalisierung, wenn auch mit unterschiedlichen Gewichtungen. Die Parteien liefern konkrete Vorschläge zur Ausbildung, zu finanziellen Anreizen und zur strukturellen Neuordnung von Versorgungsketten. In vielen Fällen bleibt die Frage offen, wie die vorgeschlagenen Maßnahmen finanziert und praktisch umgesetzt werden können.
Für Wählerinnen und Wähler in Baden-Württemberg wird die Landtagswahl nicht nur über Parteienidentität entscheiden, sondern auch über das Vertrauen in die Konzepte zur Sicherung der medizinischen Versorgung in Stadt und Land.

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