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Wenn der Dienst die Seele belastet: Wann beruflicher Stress professionelle Hilfe verlangt

12. Mai 2026

Andauernder emotionaler Stress im Beruf kann die Gesundheit gefährden

Ob im Gesundheitswesen, bei der Polizei oder im Kundenservice: Menschen in emotional belastenden Berufen stoßen immer wieder an ihre Grenzen. Bleibt der Druck über längere Zeit hoch, tragen viele das Erlebte gedanklich nach Hause. Das kann das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen und langfristig die körperliche Gesundheit schädigen.

Johannes Wendsche, Diplom-Psychologe bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, macht deutlich, dass professionelle Hilfe ratsam wird, wenn Betroffene über Wochen hinweg erschöpft sind und ungewöhnlich gereizt reagieren. Auch anhaltende Schlafstörungen oder psychosomatische Beschwerden wie Rückenschmerzen zählen zu den Warnzeichen für Überforderung.

Frühes Handeln schützt

Sabine Gregersen, Diplom-Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, betont: «Je früher Betroffene Unterstützung suchen, desto besser sind die Chancen, Belastungen zu reduzieren und Gesundheit wiederherzustellen.» Für BGW-Versicherte kann die telefonische Krisenberatung eine erste Anlaufstelle sein. Beschäftigte anderer Branchen sollten prüfen, welche Angebote des betrieblichen Gesundheitsmanagements zur Verfügung stehen.

Auch der Weg über die Betriebsärztin, den Hausarzt oder die hausärztliche Praxis kann Orientierung bieten und auf geeignete Maßnahmen verweisen. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann Hilfestellung geben, indem Betroffene Strategien erlernen, um sich mental von belastenden Arbeitssituationen abzugrenzen.

Praktische Hinweise für Betroffene

  • Achten auf Warnsignale: anhaltende Erschöpfung, Schlafprobleme, verstärkte Reizbarkeit, psychosomatische Beschwerden.
  • Frühzeitig das Gespräch suchen: Vorgesetzte, betriebliche Gesundheitsdienste oder die Betriebsärztin ansprechen.
  • Externe Hilfe nutzen: Hausarzt, psychosoziale Beratungsstellen oder therapeutische Angebote kontaktieren.
  • Konkrete Entlastungsmaßnahmen verhandeln: Arbeitszeitmodelle, Einsatzwechsel, Supervision oder Auszeiten prüfen.

Das Thema betrifft viele Berufszweige und verlangt sowohl individuelle als auch betriebliche Lösungen. Offen über Belastung zu sprechen und rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen, schützt die Gesundheit und erhält die Leistungsfähigkeit.

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