Berufe mit den besten Chancen fürs Auswandern: Experten nennen konkrete Felder
Wer ins Ausland geht, hat die besten Chancen mit international gefragten Qualifikationen und guten Sprachkenntnissen
Wer dauerhaft aus Deutschland wegziehen will, muss nicht nur das Leben neu organisieren, sondern sich in der Regel auch einen neuen Job suchen. Experten raten dazu, bei der Berufsplanung die Nachfrage am Zielmarkt, die Anerkennung von Abschlüssen und die Sprachkenntnisse in den Mittelpunkt zu stellen.
Gefragte Branchen im Überblick
Marcel Schmutzler von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) erklärt, dass viele Länder ähnliche Bedarfe an Fachkräften haben wie Deutschland. Zu den häufig genannten Bereichen gehören
- Pflegekräfte und anderes Personal im Gesundheitswesen
- Technische Fachkräfte, darunter Elektriker und Installateure
- Berufskraftfahrer in touristisch geprägten Regionen
- Köche und Servicepersonal in Gastronomie und Tourismus
- IT und Engineering, Customer Support sowie Sales und Marketing
Die Nachfrage kann regional stark variieren. In einigen Ländern oder Landesteilen entstehen spezifische Nischen, etwa saisonale Jobs in der Landwirtschaft. Eine pauschale Jobgarantie gibt es nicht.
Sollte man im gewohnten Beruf bleiben oder neu anfangen?
Der Auswandererpodcast-Host Nicolas Kreutter fasst die Praxis so zusammen: «Den perfekten Beruf zum Auswandern gibt es nicht». Sinnvoller ist es meist, in der vertrauten Branche zu bleiben, weil Arbeitgeber regionale Erfahrung und passende Abschlüsse bevorzugen. Ein kompletter beruflicher Neubeginn ist zwar möglich, er erhöht aber die Komplexität des Starts erheblich. Viele Auswandernde wählen dennoch die Selbstständigkeit, nachdem sie sich vor Ort eingelebt haben.
Worauf man sich vorbereiten sollte
Vor der Abreise sollten folgende Fragen geklärt sein:
- Benötige ich eine Arbeitserlaubnis im Zielland?
- Wird mein Berufsabschluss anerkannt?
- Reichen meine Sprachkenntnisse für den Berufsalltag?
- Kann ich vom voraussichtlichen Gehalt vor Ort leben?
Schmutzler betont, dass Sprachkenntnisse ein zentraler Integrationsfaktor sind, vor allem in Berufen mit Patienten- oder Kundenkontakt. In Branchen wie IT oder Sales können Deutschkenntnisse aber auch ein Vorteil sein, wenn Unternehmen gezielt deutschsprachige Mitarbeitende suchen.
Jobsuche: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Es kann sinnvoll sein, bereits vor dem Umzug Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern aufzunehmen. Laut Kreutter wirkt es aber oft überzeugender, sich vor Ort zu bewerben, weil Präsenz Bereitschaft signalisiert und kurzfristige Einstiegsmöglichkeiten eröffnet.
Anlaufstellen für die Suche
Hilfreiche Informationsquellen sind unter anderem:
- Die ZAV mit Beratungsangeboten
- Die EURES-Jobbörse für Stellen in EU, EWR und Schweiz
- Das Portal auslandsjob.de
- Berufliche Netzwerke wie LinkedIn
- Die Botschaft oder Konsularvertretung des Ziellandes
Unabhängig vom Beruf sollten Auswandernde zudem steuerliche Regelungen und Formalitäten vor dem Umzug klären. Eine gründliche Vorbereitung erhöht die Chancen, im neuen Land beruflich Fuß zu fassen und sich rascher zu integrieren.