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Bundesländer bündeln digitale Kompetenzen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst

04. September 2026

Länder starten gemeinsames Digitalprojekt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst

Berlin – Berlin, Baden-Württemberg und Bayern haben zum 1. September eine gemeinsame Kooperation zur Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes gestartet. Ziel ist der Ausbau einer modularen Fachanwendungslandschaft unter dem Namen ÖGDigital, die in Baden-Württemberg bereits flächendeckend genutzt wird und derzeit in Bayern ausgerollt wird. Mit dem Beitritt Berlins wächst das Projekt zu einer länderübergreifenden Plattform, die Entwicklungs- und Betriebskosten senken sowie Funktionalität und Austausch verbessern soll.

Warum die Kooperation wichtig ist

Die Länder setzen auf eine gemeinsame Codebasis und abgestimmte Module, damit bewährte Lösungen weiter genutzt und neue Komponenten koordiniert entwickelt werden können. Senatorin Ina Czyborra (SPD) erläuterte, dass die Digitalisierung des ÖGD eine Daueraufgabe sei, die sich nicht von einem Land allein stemmen lasse. «Mit unserem Beitritt stärken wir nicht nur den Berliner ÖGD, sondern machen ihn auch leistungsfähiger für ganz Deutschland», sagte sie und verwies auf die zu erwartenden Synergien und Ressourceneinsparungen.

Konkrete Bausteine und Zeitplan

Berlin bringt das klientenzentrierte Fallbearbeitungssystem KliFaB in die Kooperation ein. Ab 2027 soll KliFaB veraltete MS-Access-Lösungen in den zwölf Berliner Gesundheitsämtern ersetzen und zentrale Abläufe digital abbilden. Die Plattform ÖGDigital umfasst unter anderem Falldokumentation, Termin- und Dokumentenmanagement sowie Berichtswesen, etwa in Sozialpsychiatrischen Diensten und Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diensten.

Erwartete Effekte und Ausblick

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) betonte, ein leistungsfähiger Öffentlicher Gesundheitsdienst sei zentral für den Bevölkerungsschutz. «Zentral ist dabei, dass wir deutschlandweit ein einheitliches Digitales Ökosystem entwickeln und nicht jedes Land auf Insellösungen setzt», sagte sie und begrüßte die Ausweitung der Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg und nun auch mit Berlin. Die Koordination der Entwicklung soll doppelte Arbeiten vermeiden und die Interoperabilität zwischen den Gesundheitsämtern verbessern.

Der Berliner Beitritt ist das Ergebnis monatelanger Abstimmung: Bereits im August 2025 hatte die Stadt eine Absichtserklärung unterzeichnet, erste Tests zur Anbindung an das Berliner Landesnetz liefen erfolgreich. In den kommenden Monaten sind schrittweise weitere Anbindungen und Testphasen geplant. Fachleute sehen in der gemeinsamen Plattform eine Chance, den ÖGD nachhaltig zu modernisieren, zugleich mahnen sie zu klaren Governance-Regeln und Datenschutzstandards, damit die technische Integration mit organisatorischer und rechtlicher Klarheit einhergeht.

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