KI im Gesundheitswesen: Präzisere Diagnosen, klare ethische Grenzen
KI kann Diagnosen präzisieren, ersetzt aber nicht den ärztlichen Entscheid
Linz. Beim jährlichen Gesundheitsempfang des Landes Oberösterreich im Schlossmuseum beschäftigte ein Thema die Versammlung der Spitzenvertreter aus Klinik, Pflege und Forschung: Wie viel Verantwortung darf und soll Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen übernehmen
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Verwaltung und Medizin diskutierten am Freitag die Chancen und Grenzen des verstärkten KI-Einsatzes in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Vertreterinnen des Landes, Ethiker, Hochschullehrerinnen und Branchenmanagerinnen betonten übereinstimmend, dass automatisierte Verfahren Untersuchungen beschleunigen und Befunde präziser machen können, zugleich aber klare Regeln und Schutzmechanismen nötig sind.
Medizinethiker Andreas Klein wies darauf hin, dass Algorithmen Muster erkennen, die menschlichen Augen entgehen, etwa in der Radiologie oder bei der frühzeitigen Risikovorhersage von Komplikationen. Heide Maria Jackel, Studiengangsleiterin an der FH Gesundheitsberufe Oberösterreich, forderte begleitende Aus- und Weiterbildungsangebote, damit Ärztinnen, Pflegende und Therapeutinnen die Ergebnisse kompetent einordnen und nutzen können.
- Mehr Präzision: KI unterstützt bei Bildauswertung, Laborbefunden und Prognosen.
- Entlastung: Automatisierte Analysen können Routineaufgaben reduzieren und Zeit für die direkte Patientenversorgung schaffen.
- Risiken: Fehlende Transparenz, Datenqualität und Haftungsfragen bleiben kritische Punkte.
Aus Sicht der Landespolitik betonte Landeshauptmann Thomas Stelzer die Notwendigkeit eines ausgewogenen Fahrplans: Technologieförderung und Investitionen in Infrastruktur einerseits, verbindliche Regelungen und Datenschutz andererseits. LH-Stv. Christine Haberlander hob hervor, dass Vertrauen nur wachse, wenn Patientinnen und Patienten die Funktionsweise nachvollziehen können und wenn der Mensch stets die letzte Entscheidung behält.
Auch Vertreterinnen der Industrie, darunter Sonja Wehsely von Siemens Healthineers, unterstrichen die Bedeutung enger Kooperationen zwischen Unternehmen, Kliniken und Behörden. Zugleich erinnerten sie daran, dass Qualitätsstandards und unabhängige Evaluierungen die Grundlage für verantwortungsvolle Implementierung bilden.
Die Diskussion verlief sachlich und zukunftsorientiert: Es gehe weniger um das Entweder Oder von Mensch gegen Maschine, als um ein Miteinander, das die Stärken beider Seiten bündelt. Klinische Pilotprojekte, transparente Datenpools und ein verbindlicher ethischer Rahmen sollen nach Ansicht vieler Teilnehmenden den Weg weisen.
Abschließend forderten Expertinnen und Expertinnen, dass technologische Innovationen immer am Wohl der Patientinnen und Patienten gemessen werden müssen. Nur so lasse sich verhindern, dass Effizienzsteigerung die persönliche Versorgung ersetzt statt sie zu verbessern.