KI-Kompetenzen werden zur Jobwährung: Bewerber mit Praxiswissen haben die besten Chancen
KI-Kompetenzen werden zur Jobwährung
Berlin. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt sinkt die Zahl der Stellenausschreibungen, doch die Nachfrage nach Fachkräften mit Kompetenzen in Künstlicher Intelligenz wächst weiter. Eine Auswertung von Daten des Technologieunternehmens Interface und der Jobplattform Indeed, die dem Handelsblatt vorliegt, zeigt: Wer KI praktisch anwenden kann, wird für Unternehmen immer wertvoller.
Im Vergleich zu November 2022, kurz vor der breiten Verfugbarkeit großer KI-Chatbots, ist die Zahl der Anzeigen auf Indeed um 37 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig melden Unternehmen einen steigenden Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die KI nicht nur entwickeln, sondern gezielt in Geschäftsprozesse integrieren können. Die Bundesregierung verfolgt mit ihrer KI-Strategie genau dieses Ziel, was die Nachfrage in bestimmten Branchen weiter antreibt.
Branchen und Rollen mit besonderer Nachfrage
Die Analyse benennt Bereiche, in denen KI-Knowhow Bewerbern die größten Vorteile verschafft. Dazu zählen unter anderem:
- IT und Softwareentwicklung: Datenwissenschaftler, Machine-Learning-Ingenieure und DevOps mit KI-Erfahrung
- Automobil- und Fertigungsindustrie: Ingenieure und Prozessmanager, die KI in Produktionsablaufe einbinden
- Gesundheitswesen: Analytiker und Produktverantwortliche fur KI-gestutzte Diagnostik und Forschung
- Finanzdienstleister: Risikomanager und Business-Analysten mit Erfahrung in KI-gestutzter Modellierung
- Marketing und Handel: Anwender, die KI zur Personalisierung und Automatisierung nutzen
Wichtig ist der Wandel in der Personalsuche: Unternehmen suchen vermehrt nicht nur Forscher und Entwickler, sondern praxisorientierte Anwender, die bestehende Systeme verbessern und im Alltag nutzen konnen. Bewerber, die neben technischen Fertigkeiten auch Branchenwissen und Umsetzungsstarke mitbringen, haben klare Vorteile.
Praktische Schritte fur Bewerber
Wer seine Chancen verbessern will, sollte sich auf konkrete, anwendbare Kompetenzen konzentrieren. Nuttliche Fertigkeiten sind unter anderem Datenanalyse, Modellbewertung, Projektmanagement in KI-Projekten und Kenntnisse zu Datenethik und Datensicherheit. Praxisprojekte, berufliche Weiterbildungen oder zertifizierte Kurse, die reale Anwendungsfalle abdecken, helfen Kandidatinnen und Kandidaten dabei, in Bewerbungsprozessen herauszustechen.
In einer Phase sinkender Ausschreibungen kann KI-Kompetenz somit zum differenzierenden Faktor werden. Personalentscheider baten vor allem um Kandidaten, die KI-Losungen gewinnbringend in Unternehmensprozesse uberfuhrbar machen konnen.