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Studie aus Spanien zeigt: Unsichere Jobs und schlechte Versorgungsqualität treiben Pflegende aus dem Beruf

28. Mai 2026

Unsichere Stellen und mangelhafte Pflegebedingungen lassen Fachkräfte aufgeben

Eine umfassende Untersuchung in Spanien macht deutlich, dass die Pflege in Europa an einem Scheideweg steht. Fast vier von zehn befragten Pflegenden ziehen in Erwägung, ihren Beruf innerhalb der nächsten zehn Jahre aufzugeben. Ursache sind weniger einzelne Vorfälle als ein Bündel struktureller Probleme, die den Berufsalltag erodieren.

Die Studie, koordiniert vom spanischen Gesundheitsministerium und dem Instituto de Salud Carlos III und veröffentlicht im Journal of Nursing Management, wertete mehr als 20 000 Antworten aus. Demnach planen 39,6 % der Befragten, den Beruf in den kommenden zehn Jahren zu verlassen; 17 % denken sogar innerhalb der nächsten zwei Jahre über einen Ausstieg nach.

Als Haupttreiber gelten fehlende Jobsicherheit, hohe Arbeitsbelastung sowie eine negative Wahrnehmung der Versorgungsqualität und der Patientensicherheit. Befristete Arbeitsverträge erhöhen die Ausstiegswahrscheinlichkeit um rund 33 %. Wenn Pflegekräfte die Patientensicherheit als unzureichend einschätzen, steigt das Risiko eines Berufsausstiegs um etwa 81 %. Mehr als die Hälfte derjenigen, die den Beruf verlassen wollen, nennt fehlende Stabilität als wichtigsten Grund; dahinter folgen mangelnde Anerkennung und schlechte Arbeitsbedingungen.

Die Studie weist außerdem auf erhebliche regionale Unterschiede hin. In Regionen wie Madrid, auf den Kanarischen Inseln, in Galicien und auf den Balearen fällt die Absicht, den Beruf aufzugeben, deutlich höher aus als etwa in Navarra. Die Autorinnen und Autoren führen dies auf variierende Arbeitsbedingungen und unterschiedliche Organisationsstrukturen der Gesundheitssysteme zurück.

Ein weiterer Befund verstärkt die Alarmglocken: Nur 34,5 % der spezialisierten Pflegekräfte arbeiten tatsächlich in ihrem Fachgebiet. Dazu kommt ein massiver Zeitdruck: 60 % geben an, aus Zeitmangel auf bestimmte Pflegemaßnahmen verzichten zu müssen. Beides trägt erheblich zum beruflichen Frust und zur Unzufriedenheit bei.

Folgen für Europa

Das Phänomen ist nicht auf Spanien beschränkt. Gesundheitssysteme in vielen europäischen Ländern sehen sich mit wachsendem Pflegenotstand konfrontiert. Faktoren wie demografischer Wandel, steigender Versorgungsbedarf und Schwierigkeiten beim Personalhalten verschärfen die Lage. Gewerkschaften und Verbände in Ländern wie Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich berichten ebenfalls von steigenden Ausstiegsquoten und Personalengpässen in Krankenhäusern und der Primärversorgung.

Internationale Analysen warnen, dass die Europäische Union in den kommenden Jahren Hunderttausende zusätzliche Pflegekräfte benötigen wird, um die Versorgungsqualität zu sichern. Der strategische Rahmen für Pflege 2025 bis 2027, in den die spanische Studie eingebettet ist, nennt mehr Stabilität, bessere Arbeitsbedingungen und stärkere berufliche Anerkennung als zentrale Hebel, um die Abwanderung zu bremsen.

Bleiben Reformen aus, könnte die aktuelle Entwicklung die langfristige Tragfähigkeit vieler Gesundheitssysteme gefährden. Die Studie fordert daher rasche Maßnahmen, die die Arbeitsbedingungen und die berufliche Perspektive von Pflegekräften verbessern, damit Pflege nicht nur eine kurzfristige Aufgabe bleibt, sondern eine nachhaltige Berufsoption mit Perspektive.

Hinweis: Der Text basiert auf einer ursprünglich auf Spanisch veröffentlichten Studie; die vorliegende Fassung wurde ins Deutsche übertragen.

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