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Berufsrisiko Krebs: Fast 30 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitswesen betroffen

06. Juni 2026

Fast 30 % der Beschäftigten im Gesundheitswesen sind berufsbedingt erhöhten Krebsrisiken ausgesetzt

Barcelona – Eine groß angelegte Erhebung legt nahe, dass im Klinik‑ und Praxisalltag europaweit viele Beschäftigte mit eindeutig krebserregenden Stoffen in Berührung kommen. Nach Angaben der Studie zählen ionisierende Strahlung, Formaldehyd und Ethylenoxid zu den häufigsten Gefahrenquellen. Auch Dieselabgase, UV‑Strahlung und Benzol wurden vielfach genannt.

Die Analyse basiert auf dem Workers Exposure Survey, einer telefonischen Befragung, die zwischen September 2022 und Februar 2023 in sechs europäischen Ländern, darunter Deutschland, durchgeführt wurde. Insgesamt gaben 24 402 Beschäftigte aus verschiedensten Berufsgruppen Auskunft über ihre mögliche Exposition gegenüber 24 Stoffen oder Strahlungen, die die International Agency for Research on Cancer als Gruppe‑1‑Karzinogene einstuft, also als beim Menschen krebserregend anerkannt sind.

Die Ergebnisse werfen ein Schlaglicht auf strukturelle Risiken im Gesundheitswesen: Viele Beschäftigte sind beruflich wiederholt oder dauerhaft solchen Gefährdungen ausgesetzt, sei es in Laboren, in der Strahlenmedizin, bei der Sterilisation oder durch Emissionen in Parkbereichen und Lieferzonen. Die Studie betont zugleich, dass die Nachverfolgung und der Schutz am Arbeitsplatz verbessert werden müssen.

  • Häufigste Gefährdungsquellen: ionisierende Strahlung, Formaldehyd, Ethylenoxid
  • Weitere verbreitete Expositionen: Dieselabgase, UV‑Strahlung, Benzol
  • Stichprobe: 24 402 Beschäftigte in sechs Ländern, telefonische Befragung Sept 2022 bis Feb 2023

Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner sehen die Befunde als Weckruf: Präventive Maßnahmen, strengere Überwachung und bessere Schutzkonzepte seien notwendig, um die Langzeitbelastung für das Personal zu reduzieren. Besonders gefragt sind klare Richtlinien zur Reduktion von Expositionszeiten, verbesserte technische Schutzmaßnahmen und regelmäßige medizinische Überwachung.

Für Deutschland bedeutet das laut Expertinnen und Experten, dass bestehende Regeln konsequent umgesetzt und dort, wo nötig, nachgeschärft werden müssen. Die Studie wird im European Journal of Public Health veröffentlicht und liefert eine Datenbasis, auf deren Grundlage politische Entscheidungsträgerinnen und Arbeitgeber künftig Handlungsbedarf priorisieren können.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: aerzteblatt.de
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