Oberhausen trotzt der Krise: Gesundheitswesen, Handel und Bau als Stabilitätsanker
Wirtschaftlicher Stabilitätsanker trotz Multikrise
Oberhausen zeigt sich inmitten bundesweiter Unsicherheit resilient: Während Schlagzeilen von Stellenabbau und Insolvenzen berichten, tragen in der Stadt mehrere Branchen spürbar zur Beschäftigung bei und schaffen Perspektiven für die Region.
Breit gestreute Wirtschaft mit klaren Stärken
Die Zahlen der Stadt zeichnen ein differenziertes Bild. Trotz einer Arbeitslosenquote von 11,6 Prozent (Februar 2026) bestehen in Oberhausen rund 70 800 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (Juni 2025). Insgesamt bieten etwa 4200 Unternehmen Beschäftigung, viele Pendler sorgen dafür, dass rund 78 000 in Oberhausen lebende Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen.
Das Gesundheits- und Sozialwesen bildet einen zentralen Pfeiler: Rund 13 300 Menschen arbeiten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und sozialen Diensten. Der Handel inklusive Fahrzeugreparatur beschäftigt knapp 10 800 Menschen, davon etwa 9 400 im Groß- und Einzelhandel. Auch das verarbeitende Gewerbe bleibt relevant: Maschinenbau und Metallverarbeitung sichern rund 7 100 Arbeitsplätze.
Dienstleistung, Bau und Logistik als Wachstumsträger
Wirtschaftliche Dienstleistungen wie Sicherheitsdienste, Gebäudebetreuung und Zeitarbeit kommen auf etwa 7 080 Beschäftigte. Die Baubranche steht mit über 5 600 Arbeitsplätzen weiterhin für Stabilität, Lager, Logistik und Kurierdienste fassen rund 5 200 Stellen zusammen. Trotz der anhaltenden Krise in der Gastronomie sind Hotels und Gaststätten mit etwa 2 400 Beschäftigten ein bedeutender Faktor.
Innovations- und Freizeitorte schaffen zusätzliche Impulse
Standorte wie das ehemalige Babcock-Gelände, das als Gewerbepark Quartier 231 neues Leben erhielt, zeigen gelungene Strukturwandelprojekte. Mit dem Centro und Freizeitanbietern rund um Gasometer, Metronom-Theater und Legoland hat die Stadt attraktive Anziehungspunkte, die den Handel und den Tourismus stützen. Die Übernachtungszahlen haben sich seit den 1990er-Jahren vervielfacht und signalisieren weiteres Potenzial.
Blick nach vorn: Fachkräfte, KI und Nachhaltigkeit
Die neue Serie Die starken Macher unserer Wirtschaft widmet sich den Menschen hinter den Zahlen: Unternehmerinnen und Unternehmer, Beschäftigte und Initiativen, die mit neuen Arbeitsmodellen, Klimaschutzprojekten oder spezialisierten Nischenmärkten Antworten auf Fachkräftemangel und digitale Umbrüche suchen. Auch Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut Umsicht und Ausbildungszentren im Bauwesen leisten wichtige Beiträge, damit Betriebe langfristig konkurrenzfähig bleiben.
Die kommenden Beiträge werden Beispiele aus verschiedenen Branchen vorstellen und zeigen, wie lokale Unternehmen die Herausforderungen angehen und wo Oberhausen neue Chancen entstehen. Leserinnen und Leser dürfen sich auf Porträts, Betriebsbesuche und Analysen freuen, die überraschende Geschichten aus der Stadt erzählen.

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