Arbeitsmarkt in Tirol: Tourismus und Pflege treiben Beschäftigung – Arbeitslosigkeit leicht gesunken
Arbeitslosigkeit sinkt leicht, doch Langzeitarbeitslose bleiben eine Herausforderung
In Tirol waren Ende Mai 17.882 Personen als arbeitslos vorgemerkt. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent bei rund 349.000 unselbstständig Beschäftigten und bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 476 Betroffene bzw. 2,6 Prozent.
Der Arbeitsmarkt startete gut in die Sommersaison. Vor allem der Tourismus hat nach Angaben des AMS für eine spürbare Belebung gesorgt. Gleichzeitig verzeichnen Gesundheit und Pflege einen deutlichen Personalaufbau.
- Gesundheitswesen: Zuwachs von 1.034 Beschäftigten, plus 4,2 Prozent.
- Pflege und Seniorenheime: 369 neue Beschäftigte, plus 5,3 Prozent.
- Beherbergung und Gastronomie: 7,9 Prozent weniger vorgemerkte Arbeitslose.
- Verkehr und Lagerei: Rückgang um 5,2 Prozent, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen: minus 3,4 Prozent.
- Bau und Handel: stabile Entwicklung, leicht positive Kennzahlen.
Tirols AMS-Geschäftsführerin Sabine Platzer-Werlberger betont, dass insbesondere Tourismus, Gesundheit und Pflege als Jobmotoren wirken. «Der Sommersaisonstart hat die Nachfrage nach Arbeitskräften erhöht und die Arbeitslosigkeit gedämpft», so Platzer-Werlberger.
Trotz der insgesamt positiven Entwicklung bleibt die Lage bei Langzeitarbeitslosen angespannt: 2.396 Personen sind betroffen, ein Anstieg um 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das weist auf strukturelle Probleme hin, die gezielte Maßnahmen erfordern.
Bei den offenen Stellen verzeichnet das AMS nur einen leichten Rückgang: 7.122 sofort verfügbare Jobs entsprechen einem Minus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Positiv ist die Zunahme bei offenen Lehrstellen: 1.184 sofort zu besetzende Lehrstellen sind ein Plus von 8,7 Prozent. Dem stehen jedoch nur 380 Jugendliche gegenüber, die unmittelbar eine duale Ausbildung beginnen könnten. Diese Schieflage macht den anhaltenden Bedarf an jungen Fachkräften in mehreren Branchen deutlich.
Fazit: Der Tiroler Arbeitsmarkt gewinnt durch Sommertourismus und Ausbau im Gesundheitsbereich an Dynamik. Zugleich bleiben Langzeitarbeitslosigkeit und der Mangel an jungen Fachkräften zentrale Herausforderungen für Politik und Arbeitsmarktakteure.

07. Juni
Reformstreit im Gesundheitswesen spitzt sich zu: Merz ruft zur Geschlossenheit, Gewerkschaften mobilisierenWenn die Rechnung auf den Schultern der Bevölkerung landet, formiert sich Widerstand
Weiterlesen ⮞

07. Juni
Uniklinika: Ein langfristiges gesundheitspolitisches Leitbild fehltOhne klares Ziel droht die Versorgung auseinanderzufallen
Weiterlesen ⮞

07. Juni
Berufsrisiko Krebs: Fast 30 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitswesen betroffen«Fast jede dritte Pflegekraft steht im Visier unsichtbarer Gefahren»
Weiterlesen ⮞