Generation Z arbeitet krank weiter und setzt ihre Gesundheit aufs Spiel
65 Prozent der Generation Z arbeiten trotz Krankheit weiter
Die Zahlen sind alarmierend: 2024 leisteten Beschäftigte in Deutschland rund 1,19 Milliarden Überstunden, mehr als die Hälfte davon unbezahlt. Der Trend blieb 2025 erhalten, parallel stiegen die durchschnittlichen Krankheitstage auf 14,8 pro Beschäftigtenjahr.
Der DAK Gesundheitsreport vom Juli 2025 zeigt, dass junge Erwerbstätige besonders betroffen sind. Unter-30-Jährige nennen häufiger als andere Generationen Konflikte am Arbeitsplatz und überproportionale Belastungen. Branchen wie Gesundheitswesen und Erziehung tragen die größte Last.
Eine besonders beunruhigende Entwicklung ist die weit verbreitete Präsenzpflicht bei Krankheit: 65 Prozent der Beschäftigten der Generation Z geben an, auch krank zur Arbeit zu gehen. Zugleich melden 26 Prozent depressive Symptome. Rein statistisch lag der Krankenstand der Generation Z 2024 bei 4,7 Prozent und damit unter dem Bundesdurchschnitt von 5,4 Prozent. Experten warnen jedoch, dass die hohe Präsenz am Arbeitsplatz das Burnout-Risiko deutlich erhöht.
Wissenschaftler betonen die enge Verknüpfung von Körper und Psyche. Schlafqualität, regelmäßige Bewegung und die Regulation von Stresshormonen sind entscheidend für die emotionale Stabilität. Das American College of Sports Medicine hat seine Leitlinien aktualisiert: Schon zwei Trainingseinheiten pro Woche können Kraft und Muskelfunktion verbessern. Für mentale Widerstandskraft kommt es weniger auf maximale Anstrengung als auf Regelmäßigkeit und moderate Belastung an.
Praktische Ansätze gegen Arbeitsstress sind leicht umsetzbar. Atemtechniken wie Herzkohärenz-Training beruhigen das Nervensystem und schaffen kurzfristig mehr Gelassenheit. Auch kurze Bewegungspausen, klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit sowie niedrigschwellige Angebote zur Prävention reduzieren Belastungen.
Regionale Initiativen ergänzen die Maßnahmen: In Chemnitz wurde Ende Mai 2026 ein 3,2 Kilometer langer Rundweg im Rabensteiner Wald eröffnet, der an Stationen Achtsamkeit, Atemübungen und einfache Interventionen zur psychischen Gesundheit erinnern soll. Auch im Profisport gewinnt psychologische Betreuung an Bedeutung: Vereine überdenken Tools zur mentalen Unterstützung ihrer Spieler.
Angesichts demografischer Prognosen, nach denen das Erwerbspersonenpotenzial bis 2040 deutlich sinken könnte, wird die Gesundheit der Beschäftigten zu einem wirtschaftlichen Schlüsselfaktor. Arbeitgeber, Politik und Gesundheitssystem sind gefordert, Präsenzkulturen zu durchbrechen und Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass junge Beschäftigte langfristig leistungsfähig und gesund bleiben.

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